Mehr Qualität? Googles Algorithmus geändert!

by Christoph Ernst on Februar 26, 2011

Google wurde in letzter Zeit von guter Presse ja nicht gerade verwöhnt. Die Kritik an den Suchergebnisseiten, vor allem in den USA, schaffte es von den SEO-Blogs bis in die Massenmedien, die New York Times deckte in einem Artikel systematischen Linkkauf (“Penneygate”) auf und aus allen Ecken und Enden hagelte es Kritik über die Qualität der Ergebnisse vor allem bei stark umworbenen Begriffen.

Nach einem ersten Update vor drei Wochen, dass sich in erster Linie auf Seiten auswirkte, die Inhalte kopieren, setzte Google gestern nun in den USA mit einem Algorithmus-Update nach, das sich stark auf die Qualität der Inhalte von Seiten bezieht (andere Länder sollen folgen). Gute Qualität definiert Google wie folgt:

  • Seiten mit hohem Nutzwert für den Besucher
  • Seiten, die Inhalte nicht kopieren, sondern selbst verfassen
  • Seiten, die generell nützlich sind (?)

So weit, so schwammig. Beobachtete man die Diskussion der letzten Wochen aufmerksam, wird klar, dass Google hier vor allem versucht, Anbieter in den Griff zu bekommen, die zu aktuellen, stark in den Suchmaschinen nachgefragten Themen Inhalte produzieren, um möglichst viel Traffic zu erhalten. Doch wie genau funktioniert das?

Trends in Traffic verwandeln

Zur Erklärung möchte ich ein kleines Beispiel aus der letzten Zeit heranziehen: Ein großes US-Newsportal veröffentlichte einen stark mit Links zu weiteren Inhalten versehenen Artikel, der darüber hinaus nicht wirklich starken inhaltlichen Anspruch besaß. Es ging nämlich einzig und allein um die Anstoßzeit des Super Bowl, die in den Suchmaschinen offenbar oft gesucht, aber wenig publiziert wurde.

Die Idee dahinter ist also relativ einfach: Widme Dich einem Thema, dass oft gesucht wird, hat es in seinem Wesen auch kaum Relevanz. Verfasse einen Artikel, nutze ein paar SEO-Maßnahmen (Keyword in der URL, im Titel usw.) und schon erhöht sich die Sichtbarkeit Deiner Domain in den Suchmaschinen. Diese Taktik wird vor allem von großen Inhaltsportalen genutzt, die in der Lage sind, diese “Nischenbegriffe” mit niedrigem Aufwand schnell zu besetzen. Im Netz werden diese oftmals auch mit dem Schmähbegriff “Content-Farmen” bezeichnet.

Das Problem für Google ist dabei jedoch, dass manche dieser Portale nicht nur auf solche Maßnahmen setzen. Oftmals publizieren Sie auch viel guten Content, der bei einer generellen Abstrafung der Domain auf der Strecke bliebe. Dieser kann dem Nutzer unter Umständen ja tatsächlich hilfreich sein. Google muss daher den Spagat wagen, Gutes von Schlechtem noch besser trennen zu können und steht so meines Erachtens nach vor einer Sysiphos-Aufgabe, angesichts der Massen an täglich neu publizierten und indexierten Inhalten. Nicht umsonst vermeidet Matt Cutts den Begriff “Content-Farms” in seinen öffentlichen Erklärungen.

Die Ankündigung von Google lässt angesichts dieser Problematik schon erahnen, was für den einen oder anderen bald zur Gewissheit werden könnte:

“We can’t make a major improvement without affecting rankings for many sites. It has to be that some sites will go up and some will go down.”

Laut dieser Ankündigung sind etwa 11,8% aller Suchergebnisse in den USA betroffen. Dass es somit auch die eine oder andere Seite erwischt, die eigentlich nicht in das oben genannte Schema fällt, damit muss gerechnet werden.

Besserer Content – Bessere Rankings?

Ich persönlich bin dennoch froh, dass sich Google endlich bewegt und das Problem aktiv angeht. Wer bisher bei der Weiterentwicklung seiner Seiten auf Qualität gesetzt hat, könnte belohnt werden; die qualitativ hochwertige Beratung, redaktionell erstellte, hochwertige Inhalte und Kompetenz bei der Umsetzung von Webseiten den Vorzug vor eigentlich längst vergessenen, leider aber immer noch wirksamen SEO-Taktiken erhalten…Wenn das Update hilft…

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