Google Profiles: Mehr Kontrolle über das Netzprofil?

by Christoph Ernst on März 3, 2011

Vor zwei Jahren eröffnete Google die Profil-Funktionalität für seine Nutzer. Zumindest für mich sind diese Profile danach nicht unbedingt prominent in Erscheinung getreten. Zu stark war der Fokus der Nutzer auf die sozialen Netzwerke ausgerichtet. Nachdem schon die Möglichkeit eröffnet wurde, seine Social Network Profile in das Google Profile zu integrieren, soll die jetzt erfolgte, vollkommene grafische Überarbeitung des Features dazu beitragen, die Google Profiles noch bekannter zu machen.

Neue Datenschutz-Funktionen

Zusätzlich zu den bisherigen Funktionen erweitert Google vor allem die Möglichkeit der Steuerung der Sichtbarkeit persönlicher Angaben. Ein Beispiel: Bisher hatte man einzig die Wahl, sein Profil ganz zu deaktivieren oder andernfalls mit seinem Google Benutzernamen kenntlich zu machen. Unbekannte hätten somit gleich die private E-Mail Adresse eines Nutzers erfahren. Diese Anonymisierung ist nun möglich und dankenswerterweise die Standard-Voreinstellung (Hallo, Facebook). Auch ist es jetzt möglich, die Sichtbarkeit des Google Profiles in den Suchergebnissen zu verbieten.

Für den SEO ist zudem interessant, dass man hier ein paar Links abgreifen kann. Innerhalb des Profils besteht die Möglichkeit, eine Verknüpfung mit seiner privaten Website, mit seinem Twitter-Profil oder anderen Profilen herzustellen und diese Links öffentlich sichtbar zu machen.

Mehr Transparenz wäre wünschenswert

Grundsätzlich ist es ja lobenswert, dass Google mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht und die Möglichkeiten zur Steuerung der Sichtbarkeit privater Daten verbessert. Andererseits ändert das nichts an der Tatsache, dass ein Google-Account mittlerweile mehr ist, als das übliche Nutzer-Profil mit ein paar Angaben und Links. Diese Unterscheidung ist gerade für weniger bewanderte Internet-Nutzer besonders wichtig.

Bedenkt man die Tatsache, dass ein großer Teil der Nutzer seine Reise im Netz in einer Suchmaschine, genauer gesagt Google, beginnt, wird klar, dass man Google hier einen großen Teil an Informationen über das persönliche Nutzerverhalten zukommen lässt. Das wiegt umso schwerer, bedenkt man die die Reichweite von Google über alle möglichen Kanäle im Netz (z. B. Banner-Werbung) und die damit verbundene Möglichkeit, Nutzer auch auf Google-fremden Seiten wiederzufinden und Informationen über Ihr Surfverhalten zu analysieren.

Schade finde ich außerdem, dass innerhalb des Profils nicht die Möglichkeit geschaffen wurde, die mit dem Account verknüpften Daten einfach zu löschen. Innerhalb des Google-Kontos gibt es zwar eine Möglichkeit, die verknüpften Daten anzuzeigen, einen “Opt-Out”, also die Möglichkeit der Löschung aller Daten auf einen Schlag, finde ich dort aber nicht.

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